Notebookklasse – was ist das?

Notebookklassen gibt es bei uns an der Schule seit dem Schuljahr 2006/07. Notebookunterricht ist ab dem siebten Jahrgang und in allen Schulzweigen möglich. In einer Notebookklasse verfügt jede Schülerin und jeder Schüler über ein eigenes internetfähiges Notebook, mit dem er/sie in der Schule und zuhause arbeitet. So kann die Arbeit mit dem PC in jeden Regelunterricht eingebunden werden und ist nicht mehr nur als Sonderarbeitsform in den PC-Räumen der Schule möglich. Der Computer wird zum alltäglichen Arbeitsgerät.

Welche Ziele verfolgen wir?

Mit dem Einsatz von Notebooks und eines eigenen Schulnetzwerkes wollen wir das Lernen in unserer Schule auf zwei Ebenen verändern: im Hinblick auf den Unterricht und im Hinblick auf erweiterte Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Wir meinen, dass dies durch die Notebookklasse am ehesten möglich ist.

1. Unterricht verändert sich

Lehrkräfte sehen sich immer mehr vor die Notwendigkeit gestellt, ihren Unterricht im Hinblick auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse, Arbeitsweisen und Stärken der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren. Für selbstständiges Lernen müssen unterschiedliche Materialien angeboten werden.

Ein zunehmend differenziertes Lernangebot für die Schülerinnen und Schüler führt zu einer Veränderung der Lehrerrolle. Frontalunterricht geht von einer Homogenität aller Schülerinnen und Schüler aus, bei den immer unterschiedlicheren Voraussetzungen brauchen wir jedoch einen differenziert unterstützenden Unterricht, in dem der Lernprozess der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund steht und die Lehrkraft vor allem eine beratende Funktion innehat. Unterrichtsinhalte und Methoden müssen daraufhin strukturiert werden, dass Schülerinnen und Schüler selbstgesteuert lernen, indem sie von für sie nachvollziehbaren Problemstellungen ausgehen und mit dem von der Lehrkraft aufbereiteten und im Netz vorfindbaren Material arbeiten.

2. Schülerinnen und Schüler sollen ihre Kompetenzen erweitern:

Medienkompetenz

Schülerinnen und Schüler sollen in einem erweiterten Sinne medienkompetent werden. Nicht bloße Anwenderkenntnisse sind hier gemeint, sondern der bewusste und kritische Umgang (Rezeption und Produktion) mit dem über die neuen Medien zugänglichen Wissen und den Produkten der Medienanwendung (Texte, Filme, Bilder, Musik).

Lernkompetenz

Mit der Zugänglichkeit von Informationen über das Internet und Intranet können die Schülerinnen und Schüler zu mehr Selbstständigkeit des Lernens geführt werden. Fächerübergreifende Problemstellungen lassen sich mit Hilfe dieser Technologie selbstverständlicher in den Unterricht einbeziehen und diese Aufgabenstellungen können eigenständiger von den Schülern und Schülerinnen bearbeitet werden. Arbeitsprodukte (Texte, Bilder, Grafiken…) sind für die gesamte Lerngruppe darstellbar und können durch die Schüler selber wieder überarbeitet werden.

Informationskompetenz

Zugänglichkeit von Informationen ist eine wichtige Voraussetzung für z.B. aktuelle und wirklichkeitsbezogene Aufgabenstellungen. Hinzukommen muss aber auch die Fähigkeit der Nutzerinnen und Nutzer eine angemessene Auswahl und Bewertung der Informationen für konkrete Problemstellungen vorzunehmen. Gerade dies bedarf eines hohen Maßes an Erfahrungen und ist nur in einem längeren Prozess erlernbar. Damit die Fülle von Informationen nicht zu einer Blockade führt, müssen Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit entwickeln, angesichts einer Überfülle von Informationen Entscheidungen zu treffen.

Präsentationskompetenz

Unter sich schnell verändernden Arbeits- und Lebensbedingungen ist neben der Aneignung von Wissen die Vermittlung von Wissen in unterschiedlichen Präsentationsformen unabdingbar. Dies gilt für die berufliche Praxis wie auch für das Studium. Die Zuhilfenahme des PC ist dabei heute obligatorisch, während die Formen unterschiedlich sind: PowerPoint, Grafiken, Texte, Bilder, Mindmaps, Filme …

Arbeitsformen

Gerade das Lernen und Arbeiten in vernetzten Systemen fordert die Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen den Lernenden und auch zwischen den Lernenden und Lehrenden. Gruppenarbeit im eigentlichen Sinn, d.h. dass Teilthemen auch gemeinsam bearbeitet und überarbeitet werden können, ist wesentlich eher möglich als ohne Computer. Auch Korrekturen und Hilfestellungen seitens der Lehrkräfte lassen sich besser in den Arbeitsprozess der Schüler integrieren.