Am 09. November 2023 ist es soweit: mit einem Festakt feiern wir die Ergänzung unseres Schulnamens in „KGS Leeste – Esther-Bejarano-Schule“. Das ist der vorläufige Höhepunkt eines Prozesses, der schon seit fast zwei Jahren läuft und an dem unsere gesamte Schulgemeinschaft mitgewirkt hat.

Wer war Esther Bejarano und was bleibt ihre Botschaft?

Esther Bejarano hat den Holocaust erlebt und überlebt. Sie selbst musste Zwangsarbeit leisten, wurde in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und von dort in das Konzentrationslager Ravensbrück verlegt. Ihre Eltern und ihre Schwester Ruth überlebten den Holocaust nicht – sie wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Sie wurde für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und gegen das Vergessen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. So war sie Vorsitzende des Auschwitz-Komitees und Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Sie kam in die Schulen und gab den jungen Menschen eine Botschaft mit auf den Weg: „Ihr tragt keine Schuld an dem, was passiert ist. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt.“

Esther Bejarano hat von den schrecklichen Dingen, die sie erlebt hat, erzählt, solange sie es konnte. Ihre Intention war dabei sehr klar: niemals darf sich wiederholen, was damals passiert ist.

Unser Weg zur Esther-Bejarano-Schule

Am 01.09.2021 hätte Esther Bejarano anlässlich des Antikriegstags gemeinsam mit ihrer Band, der „Microphone Mafia“, in unserer KGS auftreten sollen. Leider ist sie jedoch am 10.07.2021 verstorben. Daher fand am 05.09.2021 die zentrale Gedenkfeier des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Gedenken an Esther Bejarano in unserer KGS statt. Ihr Sohn Joram, die „Microphone Mafia“ und andere hochrangige Gäste wie der Vorsitzende des DGB, Rainer Hoffmann, waren Teilnehmende.

Auf dieser Gedenkveranstaltung kam von unserem ehemaligen Lehrer Ralf Beduhn der spontane Vorschlag, die KGS Leeste in „Esther-Bejarano-Schule“ umzubenennen. In den folgenden Tagen konstituierte sich daraufhin eine Arbeitsgruppe aus aktiven Lehrkräften, Schüler*innen, Eltern und Mitgliedern des Förderkreises der KGS Leeste, die durch die Persönlichkeit und das Wirken Esther Bejaranos tief beeindruckt sind und die Überzeugung teilen, dass Esther Bejarano die ideale Identifikationsfigur für unsere vielfältige Schulgemeinschaft ist.

In mindestens wöchentlich stattfindenden Sitzungen wurde eine Vision erarbeitet, wie Esther Bejarano und ihr stetes Einstehen für Vielfalt und Toleranz, gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und Hass, in den Schulalltag eingebracht werden können, sodass eine Umbenennung der Schule sie nicht nur würdigt, sondern auch ihre Botschaft unvergessen bleiben lässt.

So wurden Esther Bejarano und ihr Wirken im Unterricht, in Projekttagen und in vielen Gesprächen in die Schulgemeinschaft getragen, die dann im Rahmen einer Gesamtkonferenz am 09.11.2022 mit breiter Mehrheit beschloss: Ja, wir wollen die „KGS Leeste – Esther-Bejarano-Schule“ sein! Der Schulvorstand bestätigte diesen Beschluss einstimmig, ebenso der Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend und der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Weyhe.

Damit ist es am 09.11.2023 ist es nun soweit: Wir werden in würdigem Rahmen den Festakt zur Ergänzung unseres Schulnamens in „KGS Leeste – Esther-Bejarano-Schule“ begehen – und damit die Verantwortung übernehmen, Esther Bejarano zu unserer Identifikationsperson, zu einem lebendigen Teil unseres Schullebens und zum festen Anker unserer Schulkultur zu machen.

Darauf können wir alle gemeinsam sehr stolz sein!